| Frühling
läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte -------------- (und die jährlichen Igelprobleme beginnen aufs Neue) In diesem Jahr hat sich der Frühling schwer getan, zu uns zu kommen, aber jetzt waren die letzen Tage doch recht mild und die Natur ist mächtig gekommen. Die ersten Igel sind aus dem Winterschlaf erwacht. Sie haben es noch schwer, denn als Insektenfresser finden sie jetzt noch nicht ausreichend Nahrung. Nach dem Erwachen aus dem Winterschlaf, der ja kein Schlaf in unserem Sinne ist, braucht der Igel zunächst einmal seine Ruhe, um sich wieder an die aktive Phase zu gewöhnen. Das Herz schlägt wieder schneller, die Körpertemperatur steigt wieder an, die Atmung wird tiefer und schneller. Die Speckschicht ist dahingeschmolzen und der Stachelbalg schlottert um den Körper Die ersten Schritte sind nach den Stunden des Aufwachprozessen noch wackelig und langsam Ja, jetzt braucht unser stacheliger Freund erst mal Wasser, egal, ob aus der Pfütze, dem Bächlein oder auch den Tau von Pflanzen und Gräsern Und dann begibt sich der wandelnde Kaktus auf Futtersuche. Igel haben ja nicht wie viele andere Tiere ein Revierverhalten und sie jagen ja auch nicht. Es ist ein Suchen und Finden. Der Igel als dämmerung- u. nachtaktives Tier hat kein besonders gutes Sehvermögen. aber er hört und riecht ausgezeichnet und so findet ein Igel seine Nahrung. Auf der Nahrungssuche muß er noch weite Strecken zurück legen. Die Gefahr ist daher groß, von einem Auto erwischt zu werden. Schon lagen die ersten Kandidaten wieder platt gefahren auf den Straßen. Bei angepaßter Fahrweise wären viele Tieropfer zu vermeiden. Dem Igel hilft sein angebohrenes Verhalten - einrollen und abwarten bis die Gefahr vorbei ist, - gar nichts und ein toter Igel lernt nicht mehr. Dennoch so scheint es manchmal , als wenn doch einige Igel einen Lernprozeß, wodurch auch immer durchmachen, sie scheinen abzuschätzen, ob weglaufen oder einrollen im Augenblick den größeren Erfolg verspricht. Der Igel als Kultufolger hat auch bei uns im menschlichen Umfeld nicht das Paradies errungen. Jetzt werden die Gärten wieder fein gemacht. Altes Gesträuch wird entfernt und damit mancher Igelunterschlupf Schadhafte Zäune werden ausgebessert und damit manchem Igel der Weg in bessere Nahrungsgründe versperrt. Aber auch beim Kompostumsetzen wird in den haufen hineingestochen und den einen oder anderen Igel erwischt es bös. Da der Igel im Dreck lebt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß sich Wunden infizieren und - bes. wenn es wärmer wird, daß Fliegen in die infizierten Wunden ihre Eier legen. Die daraus rasch schlüpfenden Maden fressen den Igel bei lebendigem Leibe. Sie sehen, nicht nur im Herbst und bei den berühmten unter 600 g brauchen Igel Hilfe Mit Achtsamkeit können wir erreichen, daß viel weniger Opfer unseres Umfeldes Hilfe brauchen. Die beste Hilfe für Igel ist natürlich, ihnen einen Lebensraum zu lassen, oder zu bereiten, wo sie sich satt fressen und ihre Jungen großziehen können. Sich in Unterschlüpfen zurückziehen können mit der Ruhe, die sie brauchen. Hilfe ist es auch Gefahren zu erkennen und abzuwenden. Wenn menschliche Hilfe bei Krankheit oder Verletzung unumgänglich ist, dann sollte sie unbedingt sachkundig sein. Das Gleiche gilt für die Aufzucht verwaister Igelsäuglinge, die ab Ende Mai-Anfang Juni zu erwarten sind. Wir haben es uns gedankenlos zur Gewohnheit gemacht, sogenannte UNKRÄUTER mit Stumpf und Stil auszurotten und dafür Pflanzen einzusetzen, die uns gefallen, die bei uns gedeihen Aber: Die heimischen Pflanzen sind die Kinderstube der heiminschen Insekten = Igelnahrung. Fehlen sie, fehlen Arten und das bedeutet eine Reduzierung der Nahrungsvielfalt für den Igel (Möchten Sie täglich Spinat essen? ) Die eingebürgerten für uns sehr schönen Pflanzen bieten der heimischen Insektenwelt gar nichts.So verringern wir alljährlich die Artenvielfalt in unserem Umfeld etwas mehr Dazu kommt noch die Verletzungsgefahr der Igel durch z. B. sogenannte Rasentrimmer, die gedankenlos eingesetzt werden unter überhängendem Strauchwerk, Büschen etc. Und dann geht es auch schon wieder los mit der Giftspritze. Alle Nahrungstiere des Igels werden vernichtet, die vergifteten, leicht zu erhaschenden Tiere belasten auch die Igel. In manchen Gärten wird an einem Platz Unrat aus dem Garten aufgehäuft und schließlich ohne großes Nachdenken angezündet und verbrannt. So mancher Igel verbrannte bereits mit.Wer sich jemals verbrannt hat, weiß, wie weh es tut. Noch immer sind viele unserer so beliebten Gartenteiche Todesfallen für Igel, wenn die Seiten steil u. ohne Ausstiegshilfen sind. Igel können zwar schwimmen, aber sie erschöpfen sich leicht und müssen dann ertrinken. Nicht zugedeckte Kellerschächte oder andere div. Gruben wurden schon so manchem Tier in unserem Umfeld zum Verhängnis. Tierschützer, denke ich sind sensibel für derartige Hinweise und sie wissen um die Leidensfähigkeit auch der Stachler, die nun mal keine Kuscheltiere sind. Ich hoffe, daß Sie alle mit offenen Augen und wachem Sinn auch für die kleine stacheligen Sympathieträger durch das Jahr gehen Ihre K. Oehl, Pulheim |
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Verfasser
unbekannt |
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Obacht bei der Gartenarbeit - auf Igelunterschlüpfe achten ! |
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| Aus
gegebenem Anlaß möchte ich noch eine Igelangelegenheit loswerden Heute holte ich von einer Tierärztin ein sehr sehr schwer verletztes weibl. Alttier ab. bgemagert, wie üblich mit sehr unreiner Atmung, aber was viel schlimmer ist, mit außergewöhnlichen großen eitrigen Verletzungen. Die Igeldame kann mir nicht sagen, woher diese Verletzungen stammen. Am Rücken sehen 2 Stellen wie Bisse aus. Die rechte Gesichtshälfte incl. Ohr könnte auch zerbissen sein. Fraglich ist, woher die große Verletzung im Schulterblattbereich kommt. Nun, wir werden einiges miteinander durchstehen müssen, von desinfizierenden Bädern bis Antibiotikaspritzen, Unterstützung der Leber , Stützung der Darmflora etc. Bereits im vorigen Jahr kamen, allerdings viel später im Jahr sehr viele Igel mit solchen Verletzungen zu mir, oft bereits sehr alt und von Schmeißfliegen mit Eiern belegt, aus denen bereits Maden in Massen krochen, Es stank nicht nur bestialisch, diese Igel sind durch die Stoffwechselprodukte der Maden so vergiftet, daß sie oft trotz tierärztlicher Behandlung starben, bzw. sie gleich eingeschläfert (Ich hasse den Ausdruck) werden mußten. IGEL sind nachtaktive Tiere, die sich am Tag gerne auch unter herabhängenden Büschen oder in Komposthaufen aufhalten Wer einen Garten hat, möge doch bitte beim Kompostumsetzen im Frühjahr besondere Vorsicht walten lassen und nicht einfach mit der Gräpe/Forke hineinstechen. Schlimmer Verletzungen bekommen die Igel auch durch Fadenmäher und Gartengeräte, die unter Büschen mähen . Vorheriges Nachsehen, ob ein Igel da schläft kann solche Katastrophen verhindern. Tut mir leid, wenn ich so ein Tier so leiden sehe und erlebe, wie viel ebenswillen in den kleinen Tieren steckt, bin ich fix und fertig. Vor allem, weil viele dieser Verletzungen vermeidbar sind. Ich lasse solche Tiere nur dann töten, wenn sie keine Chance haben, als freies Wildtier ein Leben in der Natur führen zu können. Es ist nicht nur gesetzwidrig, sondern auch quälend für die Tiere, sie ein Leben lang in Gefangenschaft zu halten. Darum - bei mir keine Rentnergang! Ihr achtet doch mit darauf? Danke für Euer Verständnis Liebe Grüße Karin Oehl |
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Alljährlich im Herbst------------ Es ist nicht zu übersehen, das Laub verfärbt sich, die Früchte der Eichen und Buchen, der Kastanien und Maronen fallen von den Bäumen und dann erinnern sich viele Leute daran: "Jetzt ist es ja Zeit, Igel zu retten" Obwohl sich durch die Aufklärungsarbeiten sowohl von Igelschutzvereinen als auch vielen engagierten Igelhelfern vieles zum Guten verändert hat, gilt es noch dicke Bretter zu bohren, um dieser erdgeschichtlich seit dem Tertiär nahezu unveränderten Tierart das Überleben zu ermöglichen. Mancherorts werden sie von wohlmeinenden Helfern wie eben die genannten Herbstfrüchte eingesammelt und weil vermeintlich untergewichtig in kleinen Kästchen mit Laub im Keller verstaut. Man stellt ihnen evtl. noch Wasser und Katzenfutter hin u. meint damit der große Tierschützer zu sein. So werden viele Igel in guter Absicht ohne jegliche Sachkenntnis zu Tode gepflegt und es gibt eine erhebliche Dunkelziffer. Andererseits
werden im Sommer verletzte oder kranke Igel nicht beachtet bzw. einfach
hilflos liegen gelassen und müssen geradezu erbärmlich verrecken.
(Sorry, ich betreibe seit 25 Jahren eine Igelstation und Aufklärungsarbeit
und noch heute sträuben sich mir die Stacheln, wenn ich manche Leute
reden höre) Viele
meinen sogar, besonders nach der Lektüre vieler unrichtiger, verkürzter,
veralteter oder falsch wiedergegebener Infos aus den Medien große
„Igelschützer“ zu sein. Also:
Ein gesunder Igel ist ein gesetzlich geschütztes Wildtier, das nicht in
Menschenhand gehört Welcher Igel ist wahrscheinlich gesund? 1. der Igel ist dämmerungs- und nachtaktiv 2. seine Form ist rundlich, tropfenförmig 3. er hat halbkugelförmige schwarze Knopfaugen 4. seine Nase ist feucht 5. er rollt sich bei Annäherung zusammen und erst wenn die vermeintliche Gefahr vorbei ist, wieder aus. 6
seine Stacheln stellt er kreuz und quer auf. 7. Wenn er meint, dass die Zeit reicht, spaziert er und schnell in Sicherheit. 8.
der Kot gesunder Igel ist ein dunkles geformtes Würstchen Welcher Igel ist krank bzw. hilfsbedürftig? 1. Kranke Igel sind tagaktiv, oft ohne jegliche Deckung liegend 2. Die Form kranker Igel ist walzenförmig 3. Sie haben oft eine auffällige Nackenfalte 4. Die Augen liegen tief in den Höhlen und sind oft schlitzförmig 5. Die Nase ist oft trocken 6. Die Tiere sind häufig unterkühlt 7. Der Gang kranker Igel ist meist wackelig oder sie liegen und stehen nicht auf. 8. Kranke Igel rollen sich kaum ein, wirken zahm 9. Die Stacheln werden kaum aufgestellt 10. Der Kot kranker Igel ist weich, manchmal grünlich schleimig, auch blutig Verletzte, hilflose und kranke Igel brauchen grundsätzlich Hilfe! ACHTUNG Wer ein krankes Tier anfasst, muss sorgfältig auf die Hygiene achten, denn manche Krankheiten, etwa Pilzinfektionen oder Salmonellen sind vom Igel auf Menschen übertragbar! Hilfsbedürftig sind fast immer auch Igel, die nach Frosteinbruch noch draußen gefunden werden. Dies kann krankheitsbedingt sein. Einem kranken Igel kann man nicht allein mit Futterangebot und Unterkunft helfen! Eine tierärztliche Behandlung oder die Versorgung in einer Igelstation ist immer erforderlich, wenn die Pflege gelingen soll. Besondere
Kenntnisse sind erforderlich, wenn verwaiste Igelbabys gefunden werden Erste Hilfe für einen Igelpflegling: Unterkühlte
Tiere auf eine handwarme Wärmflasche legen Lauwarmen
Fencheltee mit der Pipette vorsichtig tropfenweise eingeben Sachkundigen
Rat einholen. Nicht
jeder Igel braucht Hilfe, aber jede Hilfe muss richtig sein! Umfassende Informationen und Merkblätter findet man im Internet unter Noch
ein Wort zum Schluss, weil es gerade jetzt wieder besonders wichtig
erscheint Viele Igelfinder fragen als Erstes: Wo kann ich den Igel abgeben? Manche treten sogar fordernd auf. Igelstationen sind Privatinitiativen engagierter Tierfreunde! Das heißt, wir sind Privatleute wie die Finder. Manche Igelfinder scheuen den Gang zum Tierarzt, weil er sich seine Arbeit bezahlen lässt. In der Regel machen Igelstationen ihre Arbeit unentgeltlich, und tragen die Kosten selbst. Gerade im Herbst werden wir ständig gefordert, Tag und Nacht ans Telefon gerufen. Die Igel brauchen Futter und oft auch Medikamente vom Tierarzt, der Abfall muss entsorgt werden, wir kaufen Info-Material für die Finder, das wir meist kostenlos weitergeben, die Telefonkosten steigen oft in astronomische Höhen... Ich könnte noch sehr viel nennen, vom Zeitaufwand für die Igelpflege ganz zu schweigen! WER EIN TIER FINDET SICH SEINER ERBARMT, ÜBERNIMMT VERANTWORTUNG! Richtig - wir bieten ja unsere Hilfe an, Helfen bedeutet aber nicht, die Probleme aller Igelfinder zu lösen und alle Tiere aufzunehmen Wir haben alle nur eine begrenzte Raumkapazität zur Verfügung und ein begrenztes Budget Wenn wir nicht auch mal „N E I N, so nicht!“, sagen, können wir keine effektive Igelhilfe leisten! Immer wieder erlebe ich, dass es Leuten völlig egal ist, was weiter aus dem Igel wird, nur abgegeben soll er werden, manchmal mit den tollsten Ausreden. Hinter fast allen von uns stehen keine großen Finanziers. Wir arbeiten ehrenamtlich und haben auch noch ein Privatleben! Wir müssen nicht Tag und Nacht erreichbar sein! Wir beraten und helfen gern, aber wir können nicht alle Igel aufnehmen oder retten. Wir
brauchen die Hilfe der Finder und ihre Bereitschaft, ihn wieder zu übernehmen,
wenn der Igel gesund ist und nur noch gefüttert und seine Unterkunft gesäubert
werden muss. Nur dann können wir neue Kapazitäten für die schlimmen Fälle
schaffen. Was wir in den Stationen machen, ist „Reparaturarbeit“ - wir
helfen dem einzelnen leidenden Tier. Damit retten wir die Art natürlich nicht! Tier- und Artenschutz beginnt bei jedem Einzelnen von uns, 1. indem wir verantwortungsbewusst im Straßenverkehr sind 2. weitestgehend auf Gifteinsatz im Garten verzichten 3. Gefahrenquellen in unserem Lebensraum, den der Igel zwangsläufig als Kulturfolger mit uns teilt, beseitigen, z. B. Teiche mit Ausstiegshilfen versehen, auf Gartenfeuer verzichten, Gruben und Schächte abdecken, auf Netze bis zum Boden verzichten, in denen sich die Tiere verheddern können vorsichtig mit dem Einsatz von Gartengeräten, z.B. Rasentrimmern. Laubsaugern sind, bes. unter Sträuchern 4. keine Lebensmittel draußen einfach wegwerfen, sie könnten zu einer Infektionsquelle werden 5. in dem wir Wildpflanzen in den Gärten zulassen, sie bieten der heimischen Insektenwelt Lebensraum und Kinderstube. Igel als Insektenfresser finden dann ausreichend Nahrungstiere. 6. Indem wir Unterschlüpfe bieten und Laub u. Strauchschnitt als Nistmaterial belassen Die Stachelritter möchten leben und wir möchten sie doch noch lange als heimliche nächtliche Kobolde in unserer Nähe beobachten können? Sie verdienen unseren besonderen Schutz und Beachtung! Karin Oehl, Pulheim
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